Flat Croissant

Sinnloser Hype oder überraschend gut?

Das Flat Croissant stammt ursprünglich aus der modernen Café- und Bäckerszene Südkoreas und verbreitete sich von dort über Social Media in die ganze Welt. Besonders auf TikTok tauchte dieses flach gedrückte Croissant plötzlich überall auf. Viele glauben zwar, der Trend komme aus New York, tatsächlich wurde er aber scheinbar zuerst in Korea populär.

Als ich die ersten Flat Croissants gesehen habe, dachte ich ehrlich gesagt sofort: Wieder so ein Trend, der auf Fotos besser aussieht als er schmeckt. Flach gedrückte Croissants, meist zwischen zwei Blechen im Ofen gebacken – für mich klang das eher nach trockenem Gebäck als nach Genuss. Schließlich lebt ein gutes Croissant von seiner lockeren, blättrigen Struktur und der feinen Buttrigkeit. Warum also platt drücken?

Bis ich selbst damit experimentiert habe – die Überraschung kam im Waffeleisen

Statt das Flat Croissant im Ofen zu backen, habe ich den Teigling einfach ins Waffeleisen gelegt – und genau dort wurde es plötzlich richtig spannend.

Der große Vorteil:
Das Waffeleisen backt extrem schnell. Nach vier bis fünf Minuten ist das Croissant goldbraun, knusprig und innen erstaunlich saftig. Im Ofen hingegen trocknet ein flach gedrücktes Croissant meiner Meinung nach eher aus. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob diese Variante schon einmal jemand versucht hat. Gesehen habe ich Flat Croissants bislang nur zwischen zwei Blechen gebacken – nicht jedoch im Waffeleisen.

Besonders interessant wird es, wenn man den Teigling zuvor leicht im Kristallzucker wälzt. Der Zucker karamellisiert im Waffeleisen und sorgt für eine feine Karamellkruste, zusätzliche Rösche und einen richtig spannenden Geschmack.

Rezept

500gWeizenmehl 550/700
oder T55 Gruau
180gWasser 2°C
50gVollei (1 Stk)
10gSalz
70gKristallzucker
22gHefe
60gButter
250gButter zum Laminieren

Herstellung

  • Mehl, Wasser, Salz, Zucker und die erste Hefemenge in der Knetmaschine etwa 4 Minuten langsam ankneten. Anschließend die Butter vom Hauptteig sowie die restliche Hefe hinzufügen und den Teig weitere 8–10 Minuten schnell auskneten, bis ein glatter und straffer Teig entsteht.
  • Den fertigen Teig abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 45 Minuten entspannen lassen.
  • Danach den Teig zu einem rechteckigen Stück 17x34cm ausrollen. Den Teig gut mit Plastikfolie abdecken und für etwa 3 Stunden in den Tiefkühlschrank legen. Anschließend den Teig für etwa 15 Stunden im Kühlschrank lagern, damit er vollständig durchkühlt und entspannen kann.
  • Für das Tourieren die Butterplatte zu einem Rechteck von etwa 17 x 17 cm formen. Den gekühlten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und die Butter einlaminieren. Danach eine doppelte und anschließend eine einfache Tour geben.
  • Nach dem Tourieren den Teig erneut gut abgedeckt für etwa 2 Stunden im Kühlschrank entspannen und durchkühlen lassen.
  • Anschließend den Teig vorsichtig auf etwa 28–30 cm Breite und rund 40 cm Länge ausrollen. Die Stärke des ausgerollten Teiges sollte etwa 3,5mm betragen.
  • Nun Dreiecke mit etwa 10 cm Breite und 28 cm Länge ausschneiden. Je nach Verschnitt ergeben sich daraus ungefähr 13-15 Croissants.
  • Die Teigdreiecke locker aufrollen und mit genügend Abstand auf Bleche setzen. Anschließend gut abdecken und reifen lassen. Die Gare kann je nach Temperatur mehrere Stunden dauern. Im Gärraum bei 28 °C dauert die Stückgare etwa 2,5–3 Stunden, bei Raumtemperatur eher 3,5–4 Stunden.
  • Für die Flat-Croissant-Variante empfehle ich, die gegarten Croissants leicht mit Wasser zu bestreichen und anschließend in Kristallzucker zu wälzen. Danach werden die Croissants direkt ins vorgeheizte Waffeleisen gelegt und leicht angedrückt.
  • Die Backzeit beträgt je nach Gerät etwa 4,5 – 5 Minuten. Bei meinem Wilfa Waffeleisen mit einer Skala von 1–5 wurde auf Stufe 4 gebacken.
  • Nach dem Auskühlen können die Flat Croissants zusätzlich mit Schokolade verziert oder dünn bestrichen werden.