Cosmic Bread
Cosmic Bread – niemand nennt ein Brot so. Aber wenn man dieses Brot aus dem Ofen holt und es betrachtet, fragt man sich unweigerlich: Wie sollte man es sonst nennen? Es sieht aus wie ein Komet, der aus den Weiten des Alls gekommen ist und gerade beim Eintritt in die Atmosphäre verglüht ist – wild, schwarz und voller Energie. Ein außergewöhnliches Brot, das in der Gastronomie und bei besonderen kulinarischen Anlässen für Aufsehen sorgt.
Sein besonderer Charakter entsteht durch die Färbung mit Sepia. So bekommt die Krume eine tiefschwarze Farbe, während das Innere locker und saftig bleibt, mit einer offenen, leicht glasigen Porung. Beim Backen reißt die Kruste auf und bildet ein wildes Muster, das an die Spur eines Kometen erinnert.
Dieses Brot ist ideal für besondere Momente. In der gehobenen Küche passt es perfekt als Begleitung zu Fisch, Meeresfrüchten oder feinen Vorspeisen. Aber auch zu Hause macht es Eindruck und sorgt für Gesprächsstoff. Gäste merken sofort, dass hier jemand mit Liebe zum Detail gebacken hat.
Die Farbe ist tiefschwarz, fast wie Kohle, doch die Krume bleibt weich und saftig. Der Geschmack ist mild mit einer feinen Umami-Note durch die Sepia. Die Kruste ist knusprig und bekommt beim Abkühlen feine Risse, die den typischen „Kometen-Look“ ausmachen. Ein Brot, das durch seine Saftigkeit und seine offene Krume beeindruckt, hebt sich noch mehr ab, wenn es im Kontrast belegt wird – zum Beispiel mit frischem Lachs und einer feinen Wasabi-Creme. Hier zeigt sich, dass das Auge bekanntlich mitisst.
Damit das Brot diese besondere Struktur bekommt, braucht es einen Teig mit hoher Hydration und eine lange Teigführung. So entsteht das lockere Innere mit großen, unregelmäßigen Poren. Dieser Effekt sorgt nicht nur für eine schöne Optik, sondern auch für ein angenehm leichtes Mundgefühl.
Das Kometenbrot ist nichts Alltägliches. Es ist perfekt für Feiern, besondere Gäste oder für alle, die einmal etwas Außergewöhnliches servieren möchten. Ob als Begleiter zu edlen Gerichten, als Basis für kreative Canapés oder ganz einfach mit etwas Butter – dieses Brot bleibt in Erinnerung.
Rezept
für ein Teiggewicht von 1457g / 3 Stück zu je 486g Teigeinlage
1. Poolish
| 250g | Weizenmehl Tipo 00 |
| 250g | Wasser 10°C |
| 2g | Hefe |
- Hefe im Wasser auflösen und mit Weizenmehl klumpenfrei vermischen. Anschließend bei 4°C im Kühlschrank für 12-48 Std lagern.
2. Weizensauerteig
| 170g | Weizenmehl Tipo 00 |
| 170g | Wasser 25°C |
| 10g | Anstellgut |
- Anstellgut im Wasser auflösen und mit Weizenmehl klumpenfrei verrühren. Anschließend 12-15 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
Teigherstellung: Fermentolyseteig
| 350g | Weizenmehl Tipo 00 |
| 200g | Wasser 15°C |
| 350g | reifer Weizensauer |
- Weizenmehl, Weizensauerteig und Wasser 2 Minuten langsam mischen. Anschließend abgedeckt 30 Minuten quellen lassen.
Teigherstellung: Hauptteig
| 900g | Fermentolyseteig |
| 502g | Poolish |
| 30g | Sepiapaste |
| 20g | Salz |
| 5g | Hefe |
Herstellung
Der Teig kann auf zwei verschiedene Arten hergestellt werden. Die erste ist die klassische Methode: Alle Zutaten kommen gleichzeitig in die Knetschüssel („All-in“) und werden gemischt, bis der Teig sich von der Kesselwand löst. Bei dieser Variante liegt die Mischzeit bei etwa 5 bis 6 Minuten, gefolgt von 6 bis 9 Minuten intensivem Kneten.
Die zweite Methode kann für manche deutlich einfacher sein: Zuerst wird ein Fermentolyseteig hergestellt. Nach der Ruhezeit werden Salz, Sepiapaste und Hefe zugegeben, und der Teig wird so lange geknetet, bis er sich von der Kesselwand zu lösen beginnt. Dann wird wieder auf langsame Stufe geschaltet, und das reife Poolish – direkt aus dem Kühlschrank untergeknetet. Anschließend wird weitergeknetet, bis der Fenstertest bestanden ist.
Bei beiden Varianten wird nach der Teigherstellung der Teig in eine geölte Teigwanne gegeben. Nach 30 Minuten erfolgt das erste Falten, nach weiteren 30 Minuten ein zweites Mal. Anschließend kommt der Teig, gut abgedeckt, für 12 bis 18 Stunden in den Kühlschrank bei 4 bis 5 °C. Diese kalte Gare sorgt für eine schöne Aromabildung und die gewünschte offene Krume.
Am nächsten Tag wird der Teig aus dem Kühlschrank genommen und darf bei Raumtemperatur etwa eine Stunde akklimatisieren. Danach wird er auf eine bemehlte Arbeitsfläche gekippt und in drei gleich große Stücke geteilt. Jedes Teigstück wird schonend-rustikal zusammengefaltet und mit dem Teigschluss nach unten in einen bemehlten Gärkorb gelegt. Die Stückgare dauert je nach Raumtemperatur etwa 45 bis 60 Minuten.
Gebacken werden die Teiglinge bei 230 °C mit kräftigem Schwaden. Nach dem Einschießen sollte der Dampf im Ofen bleiben, bis der Ausbund schön aufreißt. Die gesamte Backzeit liegt bei 27 bis 30 Minuten, wobei die letzten Minuten mit leicht geöffneter Ofentür erfolgen können, um eine kräftige Kruste zu bekommen.
INFO:
Immer wieder liest man in Kommentaren, dass Teige sich “schwer auskneten” lassen und „zu weich“ sind. Das liegt daran, dass Rezepte in diesem Blog bewusst mit der Wassermenge am oberen Limit kalkuliert sind. Nur an der Grenze der Hydration entstehen die besonderen Effekte von offener Porung und langer Frischhaltung. Natürlich kann jeder die Wassermenge nach seinem Empfinden reduzieren. Wer unsicher ist oder gerade erst beginnt, sollte zunächst etwas weniger Wasser verwenden und die Menge erst mit wachsender Erfahrung steigern. Wichtig ist auch die Qualität des Mehls: Nur hochwertige Mehle können hohe Wassermengen gut aufnehmen und stabil halten. Eine bewährte Methode für Einsteiger ist die sogenannte Bassinage. Dabei wird ein Teil des Wassers erst später, während des Knetens, nach und nach zugegeben. So lässt sich eine hohe Hydration kontrolliert und sicher erreichen.














29 Kommentare
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Swen Paulsen
Jetzt ist der Komet auch bei mir eingetroffen.Der Teig sah aus wie Fliesenkleber,Brot ist dann aber doch gelungen.Verwendet habe ich 8g flüssige Sepiatinte.
Lg Swen
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Dietmar Kappl
Da kommt Freude auf – etwas krass, aber ich finde es so was von Genial!!!
Mach das Brot einmal mit Amarenakirschen – unglaublich!!!!!!!!!!!!!!!
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Björn
Hallo Dietmar,
Ich habe heute dein Cosmic Brot nachgebaut, gepaart mit der Tiger Kruste aus den Black Fire Burgern.
Dabei habe ich viel gelernt!
Die lange Teiggare tat dem Brot gut! Werde ich definitiv noch öfter amwenden.
Teste gerade das Nuovula und bin unzufrieden, musste 10% mehr Mehl beim Mischen zugeben sonst hätte der Teig mocht abgebunden, das nächste Mal nehme ich wieder mein Oro, das bekomme ich auf über 90% Hydration.
Durch die Tiger Paste ist die eigentliche Kruste nicht aufgerissen, ich dachte, die Paste würde genug Feuchtigkeit dazu mitbringen, reichte aber nicht. Die Tiger Scjocht sah auch zunächst gut aus aber die rigentliche Brot Kruste war sehr sehr weich, anschmeiden wäre zum anreissen geworden. Daher habe ich nochmal für 15 Min nachgebacken. Nun ist die Tiger Paste sehr hart und dunkel, nicht mehr ein Show Effekt. Daher würde ich es nur bei Burger Buns einsetzen und dann auch ganz minimal mit dem Pinsel aufgetragen. Mit einem Spachtel wird es dock und hart und das möchte ich beim Burger Brötchen auch nicht wirklich.
Danke für deinen tollen Ideen!
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Dietmar Kappl
Hallo Björn,
aussehen tut er richtig geil 🙂
Wenn es zu fest wird, einfach dünner auftragen – so wie du schon schreibst 😉
Lg. Dietmar
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Björn
Hier als es dann angeschnitten war, da ist noch Luft nach oben, was die Poren Grösse angeht, das wird mit dem Oro sicher anders aussehen.
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Dietmar Kappl
Klasse 😉
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Christa Valerie Hedwig
Hallo Dietmar,
Cosmic bread goes Kakao 😋.
Ich habe den Tipp mit dem Kakao aufgegriffen, siehe unten, danke Sonja. Allerdings hatte ich keinen “Schwarzen”.
Ist so aber auch sehr spektakulär geworden. Ein echter Hingucker 🕶. Und schmeckt auch fantastisch.
Schönen Sonntag noch
Liebe Grüße
Christa
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Dietmar Kappl
Hallo Christa,
schmeckt man den Kakao sehr?
Schokibread 😉
Lg. dietmar
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Christa Valerie Hedwig
Hallo Dietmar,
ja, das war voll spannend.
Das Brot riecht intensiv nach Schokolade, geschmacklich ist der Kakao aber nicht explizit zu identifizieren, sehr interessant, dass Geruch und Geschmack da so differieren.
Ich bin positiv überrascht und meine Verkoster-KollegInnen meinten es bräuchte durchaus eine Wiederholung.
Ein guter Käse drauf oder – für die Naschkatzen eine dicke Schicht Haselnussnougat – mehr braucht es nicht 😃.
Liebe Grüße
Christa
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Dietmar Kappl
Also das richtige für Kids mit Butter und Nout… 😉 🙂
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Christa Valerie Hedwig
Ja, ganz genau.
Für kleine und große Kinder gleichermaßen geeignet.
Da hast Du wieder etwas Tolles auf den Weg gebracht.
liebe Grüße
Christa
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Dietmar Kappl
😉
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Fabian Rieker
Hallo Dietmar,
aus Mangel an Sepiapaste habe ich sie weggelassen. Der Teig hat super die Form gehalten. Die offene Porung war nicht durchgehend. Ansonsten bin ich echt zufrieden, war echt lecker.
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Dietmar Kappl
TOP!!!!
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Herbert Manz
Der Komet hat eingeschlagen 🙂 Danke Dietmar – ein echt cooles Brot. Obwohl ich eigentlich nicht auf “Schwarzes Essen” stehe wollte ich nachbacken. Bin mit dem Ergebnis zufrieden und meine Bedenken, dass man den Fisch rausschmeckt, haben sich nicht bestätigt. Ein echter Hingugger! LG Herbert
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Dietmar Kappl
Hallo Herbert,
klasse – für mein nächstes Buch habe ich ein ähnliches Brot mit Amarenakirschen und Pistazien gebacken (so was von genial – alleine 25% nur Kirschen 🙂 :-))
Lg. Dietmar
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Jutta Maria Pils
Ich finde dein schwarzes Brot und die Burgerbuns genial, wenn es mal aussergewöhnlich sein soll. Allerdings ist die Sepia-Paste nicht lieferbar. Kannst du bitte sagen, wie viel Sepia Tinte bzw. Aktivkohle notwendig ist, um ein schönes Schwarz zu erzielen. Vielen Dank.
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Dietmar Kappl
Hallo Jutta,
ich kann nur raten, denke aber bei Aktivkohle sollte man zwischen 20 & 30g liegen.
(Info für Leser welche kein Sepia nehmen wollen: https://amzn.to/4mE92Rj)
Lg. Dietmar
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Oli
Grüß dich Dietmar,
Stichwort Schnitten oder Canapés: meinst du, das Brot kann auch gut in der Form gebacken werden, möglicherweise auch in der Toastbrotform mit Deckel? Oder ist das wegen des Schwadens eher kontraproduktiv? Und wie würden sich die Backparameter ändern?
Grüssle Oli
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Dietmar Kappl
Hallo Oli,
ja du kannst den Teig auch in der Form backen, jedoch erlangst du keine grobe Porung.
Wenn du mit Deckel backst, wird die Krume fein. Du kannst hier auch ohne Schwaden backen – funktioniert top 😉
Backen bleibt komplett gleich – vielleicht Backzeit um 3-5 Minuten verlängern.
Lg. Dietmar
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Nektarios Papadovasilakis
Hallo Dietmar , sieht spektakulär aus . Schmeckt man den Fischgeschmack der paste?
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Dietmar Kappl
Hi,
nein!
Bei der Teigherstellung riecht es ziemlich nach Fisch und kaum aus dem Ofen alles verschwunden 😉
Lg. Dietmar
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Markus P.
Hallo Dietmar,
sieht richtig spektakulär aus und wertet jedes anspruchsvollere Menü auf.
Nur leider nichts für mich, da ich (seit neuestem) auf Sepia allergisch reagiere; war früher nie ein Problem. 🙁
LG
Markus
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Dietmar Kappl
Hallo Markus,
nimm einfach Aktivkohle 😉
Lg. Dietmar
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Friedrich Willer
Sieht super aus , geht das Rezept auch mit Weizenmehl Typ 550 ?
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Sonja Stettner
Kann man für das Cosmic Bread anstatt der Sepiapaste auch “Schwarzen Kakao” nehmen?
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Dietmar Kappl
Der funktioniert super https://amzn.to/3UUYLnO
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Dietmar Kappl
Hallo Sonja,
dann wird es ziemlich Schokoladig 😉
Funktionieren wird es alle male, aber das Ergebnis wird ein komplett anderes sein.
Wenn du Bedenken zu Fischnote hast – die ist nur im Teigigen Zustand wahrnehmbar. Nach dem Backen nur noch schwarz 🙂 🙂
Lg. Dietmar
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Dietmar Kappl
Hallo Friedrich,
ja geht genau so, aber bitte eventuell weniger Wasser verwenden weil dieses wahrscheinlich über die lange und kühle Reife die Wassermenge nicht so gut halten kann.
Lg. Dietmar
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