Polsterzipf die Zweite – aus Topfenmürbteig
Es gibt Mehlspeisen, die einen sofort wieder an Kindheit, Kaffeehaus und Sonntagnachmittag erinnern. Genau so ein Gebäck sind für mich Polsterzipf. Außen zart und mürbe, innen fruchtig-säuerlich und beim ersten Bissen ein Zusammenspiel, das man kaum beschreiben kann.
Diesmal entstand die zweite Variante meiner Polsterzipf – aus einem herrlich zarten Topfenmürbteig, gefüllt mit Ribiselmarmelade. Die Größe spielt dabei eigentlich keine Rolle. Ob kleiner Kaffeebegleiter oder etwas großzügiger ausgebacken: Entscheidend ist dieser Moment, wenn Kruste, mürber Teig und die leicht säuerliche Ribiselfülle gleichzeitig am Gaumen zerfließen.
Genau diese Kombination macht die Polsterzipf für mich zu einer kleinen Geschmacksexplosion.
Der Topfen im Teig sorgt nicht nur für eine besonders feine Textur, sondern bringt auch eine angenehme Frische mit. Dadurch wirkt das Gebäck trotz Butter und Staubzucker niemals schwer. Im Gegenteil – die Polsterzipf bleiben wunderbar saftig und bekommen diese leicht mürbe Struktur, die man von guten Polsterzipf einfach erwartet.
Besonders spannend wird es durch die Ribiselmarmelade. Die feine Säure hebt den mürben Charakter des Gebäcks und verhindert, dass die Süße zu dominant wird. Genau dieses Wechselspiel macht den Unterschied: süß, säuerlich, mürbe und saftig zugleich.
Beim Backen entwickeln die Polsterzipf eine wunderschöne goldgelbe Oberfläche mit leicht aufgeplatzen Kanten. Dort karamellisiert die Marmelade besonders fein und sorgt für handwerkliches Aussehen. Noch leicht warm und mit etwas Staubzucker bestäubt, sind sie kaum zu übertreffen.
Für mich gehören solche einfachen Mehlspeisen zu den schönsten Rezepten überhaupt. Ohne viel Schnickschnack, aber mit maximalem Genuss. Und manchmal braucht es genau solche Gebäcke, die nicht geschniegelt perfekt aussehen müssen – sondern durch Geschmack, Duft und Gefühl überzeugen.
Oder einfach gesagt:
Ein guter Polsterzipf muss nicht perfekt aussehen. Er muss beim ersten Bissen Erinnerungen wecken.
Rezept
| 250g | Weizenmehl Type 480/550 |
| 250g | Quark/Topfen (20%) |
| 250g | Butter kalt und würfelig geschnitten |
| 150g | Zucker |
| 3g | Salz |
| 200g | Ribiselmarmelade |
Herstellung
Für den Teig Weizenmehl, Quark/Topfen, Zucker, Butter und Salz zu einem glatten Teig verarbeiten. Dies gelingt entweder von Hand oder in der Knetmaschine. In der Knetmaschine den Teig etwa 3–4 Minuten langsam mischen, bis alle Zutaten gleichmäßig eingearbeitet sind. Der Teig muss nicht vollständig ausgeknetet werden.
Anschließend den Teig zu einer flachen Platte formen, mit Frischhaltefolie abdecken und für 60–120 Minuten, idealerweise etwa 2 Stunden, im Kühlschrank entspannen lassen.
Den Backofen rechtzeitig auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den gut gekühlten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (ca. 6–8 cm Durchmesser, je nach gewünschter Größe) Teigkreise ausstechen.
Die Ränder der Teigkreise dünn mit verquirltem Ei bestreichen. In die Mitte jeweils einen kleinen Klecks Marmelade setzen, die Teigkreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder sorgfältig zusammendrücken. Die Oberfläche anschließend nochmals mit Ei bestreichen.
Die Polsterzipf im vorgeheizten Backofen bei 180 °C goldgelb backen. Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen, großzügig mit Puderzucker bestauben und frisch servieren.












7 Kommentare
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Michael Kastner
Hallo Dietmar vielleicht kannst du mir weiter helfen ich hab früher bei meiner Oma immer Polsterzipf gegessen und ich habe leider das Rezept nicht aufgeschrieben! Sie hat die Polsterzipf immer in fett raus gebacken und die waren hohl drinnen vielleicht hast du eine Ahnung ob das der gleiche teig war was du aufgeschrieben hast? 🤔
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Dietmar Kappl
HAllo Michael,
🙂 🙂 – schau dir das Rezept zuvor an 😉
Das sind die von deiner OMA!
Lg. Dietmar
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Michael Kastner
Ma sorry wer lesen kann ist klar in Vorteil 😂
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Britta
Lieber Dietmar,
Das Johannisbeergelee ist frisch gekocht und würd nun sooo gern zu Polsterzipf verfeinert werden. Aber leider fehlt im Rezept die Zuckermenge 🤔
Schöne Grüße
Britta
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Dietmar Kappl
Jetzt aber 😉
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Britta
Das ist ein ganz hervorragendes Rezept. Butter und Quark hätten bei mir noch deutlich kälter sein dürfen, aber ich glaube trotzdem, dass dieser Teig künftig öfter mal den Mürbteig ersetzen wird.
Vielen Dank für’s Teilen!
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Dietmar Kappl
Hallo Britta,
danke für die tollen Bilder – ja klasse gelungen und bei diesen Temperaturen eine willkommene Genussabwechlung 🙂 🙂
Lg. Dietmar
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