Pane di Lariano

Nach dem ich in letzter Zeit einige französische Brote gebacken hatte, möchte ich nun auch eine Reihe italienischer Brote im Blog ablegen. Das erste Brot aus der italienischen Brotvielfalt fällt auf das bekannte “ Pane di Lariano“. Gebacken wird das Original in der Region von Castelli Romani. Der 1-2 Pfund schwere Brotlaib reift in einem aus Leinentuch bespannten Holzkasten, der nach der erreichten Teigreife in einem Holzofen gebacken wird. Als Brennmaterial wird Kastanienholz verwendet, das dem Brot zusätzliches Aroma beschert.

Der einzigartige Geschmack dieses Brotes war sehr schnell über die Stadtmauern bekannt, daher wurde ein Gesetzt über das Original verhängt. Dies sollte die Herkunft und die Qualität des Originals vor Imitationen schützen. In der Gastronomie wird dieses Brot gerne zu Trockenfleisch, Wurst, Käse und Wein gereicht.

Vor der Herstellung des Hauptteiges wird ein Biga als Vorteig angesetzt. Dieser wird aber nicht wie gewohnt mit Hefe, sondern mit einem Weizenanstellgut zubereitet. Im Hauptteig selber befinden sich noch Weizenvollkornmehl, Weizenmehl, Wasser, Meersalz und Hefe.

Rezept

Biga „naturale“:

  •   20g Anstellgut (Weizen- oder Roggensauer)
  •   95g Wasser
  • 140g Weizenmehl Type 700

TA: 168       RZ: 12-15 Stunden bei Raumtemperatur     TT: 22-25°C

Hauptteig:

  • 255g reifer Biga
  • 270g Wasser
  • 165g Weizenmehl Type 700
  • 200g Weizenvollkornmehl
  •   10g Meersalz
  •     4g Hefe
  • 200g Kleie oder groben Schrot zur Deko

TA: 173     MZ: 8 Min. langsam / 5 Min. schnell      TT: 26-27°C

Alle Zutaten werden 8 Minuten langsam, und 5 Minuten am schnellen Gang gemischt. Bei Ende der Knetzeit sollte sich der Teig vollständig von der Schale lösen. Danach wird der Teig in eine geölte Wanne gelegt, und so lange stehen gelassen, bis sich das Volumen fast verdoppelt hat. Erst jetzt wird der Teig das erste mal gefaltet und ein weiteres mal nach 30 Minuten.

Anschließend reift der Teig für 6-8 Stunden zugedeckt im Kühlschrank (sollte die Reife auf 12 Stunden ausgedehnt werden, so sollte das Falten nach 20 und 40 Minuten stattfinden)!

Die Aufarbeitung:

Die Teigwanne abdecken, und die Oberfläche mit Wasser besprühen – Kleie (groben Weizenschrot) auf der Arbeitstafel gleichmäßig aufstreuen und die befeuchtete/nasse Oberfläche des Teiges in die Kleie stürzen. Um ein klebenbleiben auf der Arbeitstafel zu vermeiden, sollte der Weizenschrot dicht und gleichmäßig auf der Arbeitstafel verteilt werden.

Den Teig leicht und zugleich gleichmäßig mit der Handfläche andrücken – dies bewirkt eine gleichmäßigere Porung! Zur Formgebung werden die äußeren Enden des Teiges in die Mitte gelegt (leicht überlappen).  Wenn alle 4 Seiten in die Mitte gefaltet wurden, sollte das geformte Teigstück eine rechteckige Form erlangen. Das Brot wird nun gewendet und mit dem Schluss nach unten auf ein Backtrennpapier gesetzt (das Backpapier erleichtert das Einschieben des Brotes bei voller Gare in den Ofen).

Das Brot sollte auf dem Trennpapier und der Backschaufel die Endgare erreichen und bei voller Gare mit kräftigen Schwaden bei 250°C in den Ofen geschoben werden. Schwaden nach 15 Minuten ablassen und Ofen auf 190-200 °C zurückschalten. Durch die hohe TA sollte das Brot eine gesamte Backzeit von mind. 60-70 Minuten erreichen.

Wer gerne möchte, kann das Brot an der Oberfläche mit einem scharfen Messer einritzen, ist aber durch die Kleie nicht gerade einfach. Außerdem läuft man in Gefahr, daß das Brot durch die volle Gare in sich zusammenfällt!

Eingereicht auf YeastSpotting